50 Jahre nach der Schulentlassung - 
 
Die Schulkameraden 1943/1944 freuten sich beim Klassentreffen in Bad Wurzach
Klassentreffen 2008 

Das Foto vom Klassentreffen - „50 Jahre nach der Schulentlassung 1958“
 
1.Reihe v.links: Elisabeth Frisch (Baur), Edeltraud Laubheimer (Jäger), Agnes Bosch-Mahal (Burkhart, Gudrun Kranich (Herb), Elfriede Gutermann (Bohnet), Hubert Mahle, Eva Appelt (Staudt), Maria Wagner (Kiefer), Renate Halbherr (Breyer), Alfons Hierlemann, Josef Künz,
2.Reihe v.links: Heinrich Pfleghaar, Friedemann Weindel, Roswitha Hlawatschek (Bank), Renate Schmalz (Schröder), Siegfried Mönig, Stefan Braun, Walter Hirnbacher, Peter Hager, Karl Kieble, Reinhard Brillert, Heinz Buck, Ingrid Kurth (Stäbler), Maria Unnasch (Kleiner), Gudrun Hamberger (Geiger), Roswitha Eiselt (Nunnenmacher), Matthias Bloching und Alois Herdrich. ( Entschuldigt fehlen: Adelgunde Mahler, Dieter Hummel und Willi Stölzle )

Das vergangene Wochenende stand für die „Mädchen und Buben“ der Kath. Volksschule, genauer der ehemaligen Klasse aus den Jahrgängen 1943/1944, mit der Schulentlassung 1958, also genau nach einem halben Jahrhundert, ganz im Zeichen ihres seit langem geplanten Klassentreffens in Bad Wurzach.
 
Bereits zum Blutfreitag, mit dem traditionellen 80. Heilig Blutfest und der enorm gewachsenen Reiterprozession am frühen Morgen, waren bereits eine stattliche Zahl „Auswärtiger“ aus allen Richtungen angereist und wollten das aus früheren Zeiten unvergessliche Fest, mit seinen bleibenden Eindrücken und Erinnerungen wieder einmal mitfeiern. Einige der Ehemaligen waren früher selbst z.B. als Ministranten, in der Bad Wurzacher Reitergruppe bei der Prozession mitgeritten.
 
Spätestens nach der Bergpredigt am Gottesberg aber gab es (eigentlich fast wie auch früher üblich) ein Gewitter. Doch der Regen und dann, wie es über das restliche Wochenende regnen sollte, hatten wohl alle Teilnehmer nicht erwartet. Trotzdem tat dies der insgesamt guten Stimmung keinen Abbruch, denn man hatte sich ja in unterschiedlichen Runden so vieles zu erzählen.
 
Alle freuten sich bereits über die Einladung von Hubert Mahle, der nach dem letzten Treffen bei der 50er-Feier (1994) jetzt als „Jung-Ruheständler“ dieses Klassentreffen organisiert hatte.
 
Immerhin 28 der insgesamt 31 Klassenkameradinnen und –kameraden mit 14 Frauen und gleicher Anzahl Männern konnte er dann auch am Samstag zur Mittagszeit beim Sektempfang im neuen Kurhaus am Kurpark recht herzlich begrüßen. Zuvor hatten sich ja bereits alle persönlich begrüßt. Freudige und liebevolle Umarmungen waren angesagt, zumal die meisten sich seit vielen Jahren nicht mehr gesehen hatten. (und dies besonders mit den „Auswärtigen“)
 
Beim großen „Hallo“ staunte man verwundert über manches Pfund zuviel beim einen oder zu wenig - „wie hast du nur soviel abgenommen“ beim anderen. Ja sogar „wer bist denn du, hilf mir oder sag mir, wie heißt Du, dich hätt ich nicht mehr wiedererkannt“, - aber auch: „Du hast dich ja scheinbar überhaupt nicht verändert!“ – so und ähnlich klang es in der Runde, wie das sicher bei vielen Klassentreffen der Fall ist. Ganz besonders dann, wenn man gar einen alten Schulfreund (Heinz Mindel-Pfleghaar aus dem Vorstädtle) seit über 55 Jahren nicht mehr gesehen hatte. Er war bereits in der dritten Volksschulklasse weggezogen, keiner hatte ihn auf der Liste und so erfuhr er nur zufällig bei einem Besuch von diesem Treffen. Alle freuten sich besonders über seine kurzfristige Anmeldung und Teilnahme.
 
Die angeregte Unterhaltung über alle möglichen Lebenserfahrungen, Erlebnisse, private und sonstige Ereignisse, gesundheitliche Probleme, überstandene Krankheiten. Selbst mancher Schicksalsschlag stimmte die Schar der inzwischen über 63-Jährigen teils nachdenklich und doch kehrte immer wieder die gute Stimmung zurück. Interessant war wirklich festzustellen, dass der weiter anhaltende Regen fast nicht mehr bemerkt wurde.
 
Nach dem gemeinsamen Mittagessen stand – wie bestellt - Star-Fotograf Ulrich Gresser für das obligatorische Klassenfoto zur Verfügung. Auf den Stufen des Kurhaus-Musikpavillons konnten sich dann tatsächlich alle Teilnehmer der ehemaligen Klassengemeinschaft (siehe Foto) trockenen Fußes zum Erinnerungsfoto aufstellen.
 
Am Nachmittag stand dann mit der Sonderfahrt auf der liebevoll restaurierten historischen Torfbahn ein besonders interessanter Teil auf dem Programm.
Nicht nur das Wiedersehen mit alten Bekannten, sondern hauptsächlich die aufschlussreichen Informationen von Winfried Vincon und Rudi Wegmann über den ehemaligen Torfabbau und die Brenntorfgewinnung im größten deutschen Hochmoorgebiet „Wurzacher Ried“, auch mit der Bedeutung für den Moorbadebetrieb fanden aufmerksame Zuhörer. Die Fahrt mit der Torfbahn haben alle – trotz strömendem Regen – deshalb gut überstanden, weil neuerdings alle an der alten Lok angehängten „Transport-Loren“ mit einer „komfortablen“ Überdachung ausgestattet sind.
 
Und so war es kein Wunder, dass alle Teilnehmer über die bisher geleistete Arbeit der engagierten „Bähnlesbauer“ vom Heimatverein „Wurzen“ sehr begeistert und voll des Lobes waren. Alte Erinnerungen wurden wach, bei der Fahrt an der früheren „Abenteuerstrecke am Riedkanal“ entlang, vorbei am „Stuttgarter See“. Interessant auch die erfolgreichen Bemühungen (wie man sehen konnte) über die „Wiedervernässung“ durch Rückstau mit Anstieg des Grundwasserspiegels im Wurzacher Ried.
„Auf den Spuren der Torfstecher“ wurde als ein wichtiger Abschnitt in der Wurzacher Geschichte empfunden. Die weiteren Aktivitäten der tatkräftigen Mitglieder des Heimatvereins mit der weiteren Entwicklung zum geplanten „Oberschwäbischen Torfmuseum“ darf gespannt erwartet werden.
 
Die jetzt überfällige Nachmittags-Einkehr bei Andy im originellen „Wurzelsepp“ war sehr willkommen und bei Kaffee und Kuchen konnte wieder ausgiebig „gschwätz“ und Erinnerungen ausgetauscht werden - „weißt du noch, u.a. damals mit dene Rollwägele uff dr Rampe“ oder im Winter „Schlittschuhfahra uff’m Riedsee ...!“
 
Am Abend trafen sich wieder alle zum Abendessen/Vesper im Kurhaus beim gemütlichen Beisammensein. Eine Präsentation mit Bildern „aus früheren Zeiten in Bad Wurzach“ gab zunächst die Gelegenheit, auch den drei bereits verstorbenen Klassenkameraden ein stilles Gedenken zu widmen.
Viele alte Fotos aus der Schulzeit, Schulentlassung, im kirchlichen Leben, aus der gemeinsamen Kinder- und Jugendzeit, später mit Theaterspielen oder Aktionen in der Kolpingsfamilie, frühere Klassentreffen bis zu aktuellen Bildern und Kurzfilmen vom diesjährigen 80. Hl.Blutfest, ebenso einige Beiträge aus der Runde, wurden interessiert verfolgt und gleichzeitig vielstimmig von allen kommentiert.
 
Nach einem sehr unterhaltsamen Abend und zu später Stunde versprachen sich alle beim Abschied ein baldiges Wiedersehen. Ein kleiner, 12-köpfiger „gemischter harter Kern“ nahm dies wörtlich und löste dieses Versprechen auch gleich am Sonntagmorgen beim 11Uhr-Frühschoppen im Cafe Hager ein.
Herzlichen Dank für ein harmonisches Klassentreffen – alle freuen sich bereits heute und hoffentlich bei bester Gesundheit aufs nächste Wiedersehen.
 
Straubenhardt / Bad Wurzach, im Juli 2008     -      Hubert Mahle